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Übersicht / Zusammenfassung

Die Preisangaben in der folgenden Tabelle sind eine Momentaufnahme und natürlich nie aktuell. Die angegebenen Preise sollen helfen, die Ferngläser einzuordnen. Da bis auf Zeiss und Fraser alle Ferngläser aus japanischer Fertigung kommen, sollte das Verhältnis der Preise untereinander langfristig stabil bleiben und nur die Parität zum Euro variieren.

Modell

AP Sehfeld
m/km
Abstand
AP

Gewicht [g], Akku

Ausgleichs­winkel (±)

Merkmale

Preis (€)
[UVP]

Canon 8×25 IS

3,1

116

13,5

490 + 1×CR123A

Spezielle Batterie erforderlich, zwar handelsüblich aber etwas teurer, kompatible Akkus haben nur 1/3 der Kapazität und brauchen spezielles Ladegerät. Nur unbedeutender Preisabstand zum 10×30 von Canon.

310 - 360 [379]

Canon 10×30 IS II

3,0

105

14,5

600 + 2×AA

Stiftung Warentest, Heft 09/06 über die erste Version: Einziges bildstabilisiertes Glas im Test, optische Eigenschaften nur bei Zeiss, Swarovski und Leica (500…1500-€-Klasse) besser.

360 - 400 [529]

Canon 12×36 IS III

3,0

87

14,5

660 + 2×AA

0,8°

Preislich etwas ungünstig positioniert, da es vom 10×30 zu weit entfernt ist.

680 - 850 [839]

Canon 15×50 IS All Weather

3,3

79

15

1200 + 2×AA

0,7°

Kann auch bei starkem Regen eingesetzt werden.

1000 - 1200 [1339]

Canon 18×50 IS All Weather

2,8

65

15

1200 + 2×AA

0,8°

Kann auch bei starkem Regen eingesetzt werden.

1100 - 1500 [1659]

Canon 10×42L IS WP

4,2

114

16

1030 + 2×AA

0,8°

Wasserdichtes L-Fernglas, derzeit Canons Top-Modell. Filtergewinde Ø 52, Stativgewinde.

1250 - 1550 [1919]

Fujinon Stabiscope S 1240

3,3

82

17

1800, 2×AA

oder 1×2CR5, wasserdicht, Profigerät für Behörden

6250-6500

Fujinon Stabiscope S 1640

2,5

60

12

1800, 4×AA

oder 1×2CR5, wasserdicht, Profigerät für Behörden

6950

Fujinon Techno-Stabi TS 1232 (12×32)

2,67

87

15

1070, 2×AA

Wasserdicht, aber schwer zu finden.

1000-1100

Fujinon Techno-Stabi TS 1440 (14×40)

2,86

70

13

1300, 4×AA

Objektivfilter, wasserdicht. Je nach Schutzhülle (Weichbeutel oder wassserdichter+schwimmfähiger Hartschalenkoffer) kann der Preis um 100 € höher sein. Fujinon-Modell mit meisten Erwähnungen im Netz.

1200-1450 €

Nikon StabilEyes 12×32

2,7

87

15

1130, 2×AA

Wasserdicht, vermutlich baugleich mit dem Fujinon Techno-Stabi 12×32

750 - 800 [1099]

Nikon StabilEyes 16×32

2,0

66

15

1120, 2×AA

Wasserdicht

850 - 1200 [1199]

Nikon StabilEyes 14×40

2,9

70

13

1340, 4×AA

Wasserdicht, vermutlich baugleich mit dem Fujinon Techno-Stabi 14×40

1150 - 1400 [1649]

Sony DEV-50V

-

828-25
(Zoom)

?

765, Li-Akku

-

Tolles Technik-Spielzeug mit Zoom, GPS, Aufnahme (Foto, Film, Ton) aber leider auch eingebauter Obszoleszenz: Erkennt Sony Akku und funktioniert nur damit.

2000
[2099]

Zeiss 20×60 T* S

3,0

52


1660

?

Wasserdicht, funktioniert ganz ohne Batterien

5200 - 6000

Fraser Optics Stedi-eye 14×40

 

74

?

2040, 2×AA

Wasserdicht, Profigerät für Behörden, Auflösung 4,3", Filter mitgeliefert

[?]

Anmerkungen zur Tabelle

AP = Austrittspupille, einmal als Durchmesser und einmal als Abstand vom Okular. Ein großer Abstand ist günstig für Beobachter, die mit Brille durch das Fernglas sehen wollen. Das Sehfeld ist in m auf 1000 m angegeben. Über tan([Sehfeld in m]/1000) kann der Winkel des Sehfeldes errechnet und so beispielsweise mit dem Winkel verglichen werden, den der Stabilisator ausgleichen kann.
AA steht für Batterien/Akkus der Größe AA = Mignon; n×AA bedeutet, dass n Zellen vom Typ AA (ca. 26 g/Stück) benötigt werden. Wenn die Batterien nicht im Gewicht des Fernglases enthalten sind, weist ein + darauf hin, sonst zeigt ein Komma, dass der Hersteller keine genauen Angaben gemacht hat. Die Angaben zum Ausgleichswinkel sind immer als ± zu verstehen.
Wasserdicht ist kein genormter Begriff, jeder Hersteller hat hier sein eigenes Verständnis und Hinweise ob die Angaben auch für Salzwasser gelten, fand ich nicht.
Das ? steht für Angaben, zu denen ich keine Herstellerunterlagen finden konnte.
Die Preise in [..] geben den UVP des Herstellers oder ersatzweise die Preise seines eigenen Webshops an.

Optionale Merkmale

Wer sich für ein solches Fernglas interessiert, sollte seinen Bedarf nach weiteren Ausstattungsmerkmalen prüfen:

Was soll ich den nun nehmen?

Eine gute Nachricht ist, dass ich generell keine Verrisse über bildstabilisierte Ferngläser gefunden habe und für Privatanwender endet die Preisskala bei etwa 1500 €.

Für die praktische Anwendung sehe ich die folgende Unterteilung:

  1. Wer auf festem, trockenen Untergrund bleibt, ist mit Canon sehr gut bedient. Der kleine Stabilisationsbereich hilft zwar nur gegen das Zittern, aber es reicht, um sich über den schönen Ausblick zu freuen. Daneben bietet Canon ein großes Sehfeld. Die Produktpalette ist sehr umfangreich und bietet speziell mit dem 10×30 ein gutes und günstiges Einstiegsmodell. Das 8×25 ist zwar geringfügig günstiger, aber es hat eine spezielle Batterie und eigentlich will man mit dem Stabilisator eine hohe Vergrößerung genießen.

  2. Wer von wackeligem Untergrund (fahrende Fahrzeugen) beobachten will oder das Glas für die Führung eines Wasser-/Luftfahrzeuges braucht, für den sind die wasserdichten Fujinon Techno-Stabis bzw. die entsprechenden Nikons mit ihren großen Stabilisierungsbereichen eine gute Hilfe. Sie sind wasserdicht, funktionieren im stromlosen Zustand wie ein normales Fernglas (Notfall-Funktion) und bei "Glas über Bord!" hilft ein Schwimmgurt in auffälliger Farbe, um das Instrument zu retten.

    Das TS 1440 wird allseits mindestens als gut bewertet und ist noch am leichtesten im Handel zu finden. Für die übrigen Techno-Stabis und StabilEyes finden sich kaum Anbieter. Ob es nun ein Fujinon oder Nikon werden soll, halte ich vor allem für eine Frage wo und wie günstig man das Fernglas bekommt.

  3. Das Sony DEV-50V ist klar die Empfehlung für Paparazzi und Detektive. Es sieht wie ein harmloses Designfernglas aus, obwohl es das ultimative Spionage-Gadget ist. Es ist nicht billig, aber die genannten Berufsgruppen können es dem Finanzamt sicher als Werbungskosten erklären und die über den Akku eingebaute Obszoleszenz ist für die berufliche Anwendung vermutlich kein Problem.

  4. Die übrigen Ferngläser wie das Zeiss, Fujinon Stabiscope oder Fraser Stedi-Eye sind für eine professionelle Anwendung gedacht und liegen als solider Gebrauchsgegenstand für Privatnutzer meist außerhalb des Budgets.

Alle, die ein bildstabilisiertes Fernglas erwerben wollen, sollten sich einen Händler oder eine Messe suchen, auf der sie die verschiedenen Ferngläser mal ausprobieren können. Als ich an einem Canon-Stand das 15×50 kurz ausprobiert habe, empfand ich es gegenüber meinem 10×30 als unangenehm dunkel - angesichts der Vergrößerung und Lichtstärke nicht überraschend, aber für mich ein Wink mit dem Zaunpfahl: Probieren geht auch hier über studieren, gerade bei diesem Geldeinsatz.

Bildstabilisierte Ferngläser werden auch für Hobby-Astronomen empfohlen, vermutlich hängt das damit zusammen, dass wegen des größeren Sehfeldes flächige Objekte (Milchstraße, Kometen) besser als mit einem stark vergrößernden Fernrohr zu beobachten sind. Allerdings sind die bildstabilisierten Ferngläser allesamt recht lichtschwach (maximale Lichtstärke 11) und nur die teureren Ferngläser haben einen Stativanschluss für längere Beobachtungen.

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